Die Trennung von Carlisle und Esme tat mir Leid, doch im Nachhinein betrachtet war ich froh, dass sie sich getrennt hatten.

In den folgenden Jahren richteten wir uns das Haus du unsere Zimmer ganz nach unserem Geschmack ein. Ich gestaltete das Zimmer, das Alice mir eingerichtet hatte, nicht weiter um, es war ganz schön so, wie es war, immerhin hatte Alice einen ausgezeichneten Geschmack. Das Zimmer, das vorher Rosalies Zimmer war, hatte ich auch übernommen; es war fast doppelt so groß wie das andere von mir. Dieses Zimmer strich ich weiß an und zog mehrere rote Linien durch das Zimmer. Am Schluss schob ich ein großes rotes Ledersofa und dem Zimmer umher, bis es mir passte und räumte meinen Kleiderschrank ein. Rosalie hatte mir ein paar Klamotten dagelassen, die ich wahrscheinlich so nie anziehen würde, aber was soll’s?!

Auch ging jeder von uns den jeweiligen Jobs nach. Da es in Forks kein vernünftiges Theater gab, wo ich meinen vorherigen Job als Souffleuse ausüben konnte, hatte ich angefangen zu studieren. Dazu musste ich allerdings jeden Morgen nach Seattle fahren, weile s in Forks auch keine vernünftige Universität gab. Wegen meines Studiums wurde ich von Gemma und Amanda immer ausgelacht, da ich beschlossen hatte, Latein zu studieren und in Latein war ich in der Schule immer voll der Loser gewesen. Allerdings fiel es mir wesentlich leichter Latein zu verstehen, wenn ich nachts lernen konnte. Aber auch nachts kam ich nicht oft zum Lernen, denn es störte ungemein, wenn Gemma und Jackson die ganze Nacht auf dem Sofa saßen und sich abknutschten! Deswegen beschlossen Amanda und ich in den Urlaub nach England zu fahren und den Rest der Cullens zu besuchen. Wir buchten uns Tickets für den erstmöglichen Flug, der ging glücklicherweise schon 1 ½  Tage später.

In England wurden wir von Carlisle und Emmett abgeholt, die in einem schicken Mercedes SI vorfuhren. Sie schienen sich zu freuen, uns zu sehen, aber es war auch ein bisschen Sorge auf ihren Gesichtern zu sehen. Anscheinend hatte Edward immer noch ein schlechtes Gewissen, denn uns wurde gesagt, dass es besser wäre, wenn wir in einem Hotel einchecken würden.

Amy war die Verstimmung anzusehen und sie sagte: „ Vielleicht sollten wir erst mal zu euch fahren und dann sehen wir weiter!“ Mit einem Blick wie sieben Tage Regenwetter legte Carlisle den ersten Gang ein und fuhr los. Es dauerte nicht lange, bis wir vor dem Haus der Cullens standen. Dieses war, wie schon das Haus in Forks, ziemlich groß und von viel Wald umgeben. Ich war erstaunt, dass es so etwas wie Wald in der Mitte von England gab; ich hatte gedacht, dafür müsste man bis an den Arsch der Welt fahren (oder von England)…

Vor dem Haus standen Rosalie und Jasper, die uns herzlich anlächelten. „Hi!“, sagte Rosalie. Da Amy und ich im Gegensatz zu Gemma, die ja nicht mit war, Mitglieder der „Küsschen-Umarm-Fraktion“ waren, nahmen wir Rose kurz in den Arm, dann gingen alle ins Haus, wo Alice in der Küche am Tisch saß und uns wie Rose mit einem herzlichen „Hi!“ begrüßte. Die einzigen, die jetzt noch fehlten, waren Esme und Edward. Amy fragte auch gleich: „Wo ist denn Esme? Ich meine, das Edward hier nicht erscheinen würde, war mir klar, aber Esme?!“ Das aber war die falsche Frage, denn Carlisle guckte gequält und sagte: „Die ist gestern ausgezogen. Sie meinte, sie könne hier nicht mehr leben!“ „Das tut mir Leid!“, sagten Amy und ich im Chor und sahen ihn bestürzt an. Das Esme sich von ihm getrennt hatte, wussten wir, aber dass sie ausgezogen war, bestürzte sogar uns, obwohl wir Esme eigentlich gar nicht gekannt hatten. „Das ist schon in Ordnung!“, sagte Carlisle noch, aber ich war mir sicher, dass er heulen würde, wenn er könnte. Auch Amy sah so aus, doch bevor irgendjemand von uns noch etwas sagen konnte, sagte Alice: „In ungefähr 20 Sekunden betritt Edward diesen Raum!“ Die Stimmung im Raum schlug augenblicklich um, doch auf einmal überkam mich ein Gefühl von Gelassenheit. Erst überlegte ich, wieso, dann aber fiel mir ein, dass Jasper im Raum war. Allerdings konnte ich nicht mehr darauf reagieren, denn im nächsten Moment stand Edward in der Tür. Natürlich hatte er gewusst, dass Amy und ich zu Besuch waren, immerhin konnte er Gedanken lesen. Er sagte auch nicht mehr als: „Hallo!“, dann drehte er sich um und ging wieder aus dem Zimmer. „Jetzt reicht’s mir aber!“, rief Amy empört und lief durch die Wand hinter ihm her. „Ich geh schon“, sagte Rosalie und ging mit Emmett hinter den beiden her, dann verließen auch Alice und Jasper den Raum. Von oben hörte man immer wieder geschriene Wortfetzen von Amy: „Ich finde es zum Kotzen, dass du ..“, oder „Du hast doch einen an der Klatsche!“ Carlisle sah mich besorgt an, aber ich sagte nur: „Ich glaube nicht, dass sie handgreiflich wird.“ Und lächelte ihn an.

„Wenn du das sagst“, meinte er zuversichtlich. Da ich vor Neugierde geradezu brannte, wieso Esme sich von Carlisle getrennt hatte, fragte ich ohne Rücksicht auf irgendwelche Gefühle: „Wieso hat Esme eigentlich Schluss gemacht? Ihr wart doch so glücklich.“ Statt allerdings mal eine vernünftige Antwort zu geben, sank er nur af dem Sofa zusammen, vergrub sein Gesicht in seinen Händen und sagte gar nichts. Na toll, dachte ich und ließ mich neben ihm auf die Couch sinken. Ich nahm seine Hand, sah ihm in die Augen und versuchte ihn aufzubauen: „Du musst das vergessen! Ich konnte es auch!“ Er sah mich verwundert an und sagte, während erneut Amys gekreischte Wortfetzen zu hören waren: „Wen musste du denn vergessen?“

Ich sah Carlisle mit einem bedrückten Blick an und antwortete: „Robert!“ Wir waren zusammen und ich musste mit ansehen, wie Edward ihn umgebracht hat!“ Mit einem mal hörte das Gekeife von Amy auf und sie rief: „Die war mit dieser Memme zusammen!“ Auch Carlisle sah mich geschockt an, doch bevor er etwas sagen konnte, rief Amy schon wieder: „Edward, bleib bloß hier! Du hast genau gehört, dass Sue ihn vergessen hat, also untersteh dich jetzt abzuhauen!“ Als dieser Wutausbruch von Amy wieder vorbei war, sagte Carlisle: „Das mit Robert tut mir Leid! Ich will dir erzählen, warum Esme sich von mir getrennt hat.

Vor ungefähr einem Jahr erfuhr ich etwas, was mir so gar nicht gefallen wollte. So etwas hätte ich nie, wirklich nie, von Esme gedacht, dass sie mir so etwas antun könnte. Ich hatte gedacht, wir wären glücklich und würden für immer und ewig zusammenbleiben. Aber da hatte ich mich wohl getäuscht.“ Bei den letzten Worten brach seine Stimme weg. Man sah ihm an, dass es ihm sehr wehtat, davon zu erzählen. Wasser stieg in seine Augen und eine kleine Träne stahl sich davon, doch er schaffte es, mit einer doch zitternden Stimme weiter zu sprechen. „Sie hatte seit circa sieben Monaten einen anderen Mann. Sie schämte sich, als sie mir das erzählte, doch es lag auch ein bisschen Glück darin. Es war schön zu sehen, dass sie glücklich war, aber es war schrecklich zu wissen, dass nicht ich derjenige war, der sie glücklich machte. Es tat mir in der Seele weh (haha Witz!), sie gehen zu lassen, doch ich konnte nichts mehr tun. Ich hatte sie schon verloren. Doch ein kleines Stückchen Hoffnung hatte ich, denn ich hoffte, dass sie glücklich wurde, das war, was ich mir für sie wünschte. Sie sollte es gut haben, das war das Einzige, was mir je Sorgen bereitet hatte.

28.4.08 18:16
 


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