Das Leben ist schön. Hab ich nicht Recht? Jaha, hab ich!
Wir lebten nun schon seit geschlagenen, öhm.. keine Ahnung wie viele Jahren (keiner hat irgendwie mitgezählt!) in der Villa, ja das war wohl das treffende Wort für das riesige Bonzenhaus plus Anwesen, das wir von den ersten Besitzern und unserer „Familie“, den Cullens, bekommen hatten. Jeder hatte sich auf seine Weise im Haus eingerichtet, wie auch seine ganzen zwei, in Zahlen 2, Zimmer ausgerichtet. Insgesamt hatten wir es schon dufte.
Doch dann kam Sue plötzlich, von einem Tag auf den anderen, auf die total bekloppte Idee Latein zu studieren, da es ja in Forks kein Theater gab, wo sie hätte arbeiten können. Sie und Latein?! Ehrlich, ich konnte nicht mehr! Sie ist ja eigentlich immer ganz schlau gewesen, doch von der alten Sprache der Römer und was weiß ich Leute, hatte sie nicht die geringste Ahnung gehabt damals. Nun ja, nachdem Gemma und ich sie natürlich (!!) mit selbstlosen Kommentaren ermutigt hatten, beschloss Sue nach Seattle zur Uni zu fahren und sich dort einzuschreiben. Sie hatte ja gedacht, dass sie rund um die Uhr  lernen könnte, um es dann auch mal zu verstehen, aber da hatte sie die Rechnung ohne Gemma und ihrem doch-
seit-Jahren-mit-Gemma-zusammen-Freund Jackson, der ja zur gleichen Zeit wie wir verwandelt wurde. Aber wie auch immer. Zurück zum eigentlich Thema. Also Sue studierte jetzt Latein, Gemma machte die ganze Zeit  mit ihrem Lover rum und ich, joa, was machte ich?! So arbeiten und so, aber mehr auch nicht. Ich hatte ja kein Hobby oder eine sonstige Beschäftigung. Schon traurig!
Eine weitere Wende kam mit einer weiteren Idee von Sue! Ja, oh mein Gott! Wo auch immer dieses Mädel immer diese Ideen herbekam, jemand musste diesem Dealer oder was sonst umlegen, damit endlich mal wieder Ruhe im Karton war. Konnte ja nicht angehen, dass sie alle zwei Tage mit ’ner beschissenen Idee ankam, während meiner einer zehn Tag für eine einzige brauchte.
Die grandiose Idee war auf jeden Fall diesmal wirklich grandios, denn Sue schlug vor, dass wir beide, also Sue und Amanda, zusammen rüber nach England fliegen, um dort die Cullens zu besuchen. ‚Es würde sehr interessant werden’, dachte ich mir da und stimmte spontan zu. Gemma kriegt davon herzlich wenig mit und so kam es, dass wir die volle Ignoranz abbekamen, als wir uns von ihre verabschiedeten. „Dann halt nicht!“, flüsterte Sue mir leicht verärgert zu, „Dann muss sie auf ihre Karte warten, falls sie eine mir bekommen sollte.“ Nach einem kleinen Lachanfall, schaffte ich es endlich die Taxitür zu öffnen und mich auch noch rein zu setzen, wobei ich mit dem Kopf zuerst gegen das Dach schlug, was Sue wiederum als sehr amüsant empfand.
Als wir dann nach einem laaangen Flug und viel Gequatsche von Sue in Englang ankamen, staunte ich nicht schlecht über irrsinnig großen Flughafen, dessen Anblick einen die Sprache verschlug. „Wie soll ich den hier raus finden?! Das schaff ich niemals!“, jammerte ich, da mein Orientierungssinn grausamer Weise durch meine Verwandlung nicht besser geworden ist. Ohne Hilfe würde ich hier nie im Leben raus finden. Ich musste wohl ziemlich armselig geguckt haben, denn Sue lachte schon wieder, klopfte mir aufmunternd auf die Schulter und zeigte mit dem Finger in die
Menschenmenge. Irritiert folgte ich mit einem forschenden Blick der unsichtbaren Linie des Fingers und landete bei Carlisle und Emmett, die ich aber nicht sofort erkannte. „Hä, wer is’n da?!“ „Mann, du Vollidiot! Bist du den blind oder brauchste doch wieder ’ne Brille? Das sind Emmett und Carlisle!“ Sie klang sehr entzückt, vor allem als sie Carlisles Namen aussprach, konnte man die Euphoriefunken fast sehen. „Ach so!!“, rief ich und schlagartig veränderte sich mein Gesichtsausdruck. Auf einmal hatte ich die beste Laune von der Welt. Denn, wenn wir mit Emmett zu den Cullens nach Hause fahren würden, konnte es nur eine äußert lustige Fahrt werden.
Schnell rannte ich mit strahlenden Augen auf die beiden zu, stolperte zwischendurch ein paar Mal, aber nicht der Rede wert, und nahm sie beide auf einmal in den Arm, was sich allerdings als sehr schwierig erwies. War mir aber in dem Moment so ziemlich egal! Ich freute mich einfach wie ein kleines
Honigkuchenpferdchen und grinste von einem Ohr zum anderen. „Na, da geht’s jemanden ja wieder super“, stellte Emmett grinsend fest und hob mich nochmals zur Begrüßung in die Luft. Auf meine Begleiterin wurde sehr herzlich begrüßt, mehr von Emmett als von Carlisle, der uns beide mit nur einem schwachen Lächeln begrüßt hat, wegen der Trennung von Esme.
„Oh, ich freu mich so euch zu sehen. Endlich mal weg von zu Hause! Ich hab das nicht mehr ertragen. Nie ist irgendwas passiert, total tote Hose da. Ihr glaubt gar nicht, wie sehr ich mich gelangweilt hab ohne euch!“ Lachend und gleichzeitig erwartungsvoll schaute ich die beiden an. Dann gingen wir zusammen zum blank polierten Mercedes von Carlisle. Von der Fahrt zum Haus war ich enttäuscht, denn die Stimmung war bei Weitem nicht so gut wie ich mir gedacht hatte. Carlisle fuhr still und mit starrem Blick. Emmett spielte mit einem Armband, was er wahrscheinlich von Rosalie bekommen hatte und selbst Sue hielt die Klappe und hing ihren Gedanken nach. Ich tat es ihr gleich, bis mein trüber Blick auf ein großes, sehr schmuckes Haus feil. Es
konnte nur das Haus der Cullens sein und aus irgendeinem Grund musste ich grinsen. Es war ein fröhliches Grinsen, was so gar nicht zur Stimmung im Auto passen wollte. Das Haus strahlte mir entgegen, als ich ausstieg. Rosalie und Jasper erwarteten uns schon. Sie schienen glücklich uns zu sehen, als wären sie die letzten Wochen, ja Monate, tot traurig gewesen. Beide begrüßten uns mit einer kurzen Umarmung, die dennoch sehr herzlich war. „Es ist schön euch hier zu sehen. Ich glaub, es wat mal nötig, dass ihr herkommt“, erzählte Rose.
Wir gingen in das Haus und wieder wurde mir der Atem geraubt. (Mann, ich hau hier einen nach dem anderen raus!) Das Innere des schon von Außen edel aussehenden Hauses, übertraf alles was ich je gesehen und was meine Fantasie sich schon alles ausgemalt hatte. Alice überraschte einen doch immer wieder! Alles war in einem einheitlichen und modernen Stil eingerichtet, wobei sie die Farben eher schlicht gewählt hatte: Schwarz und Rot. Es hatte was Anziehendes und ich hatte sofort das Verlangen mich auf das ledernde Sofa zu setzten, was so gemütlich aussah und nur darauf
wartete, dass ich es mir bequem machte. Nachdem ich und auch die anderen uns niedergelassen hatten, sprudelte eine Frage nur so aus mir heraus: „Wo ist denn Esme? Ich meine, dass Edward hier nicht erscheinen würde, war mir klar, aber Esme?!“
Ich merkte, dass ich den falschen Nerv getroffen hatte und verzog beschämt mein Gesicht. „Sie ist gestern ausgezogen. Sie meinte, sie könne hier nicht mehr leben!“ „Das tut mir Leid!“, sprachen Sue und ich synchron und sahen ihn erschüttert an. „Das ist schon in Ordnung“, beteuerte Carlisle, doch er sah alles andere als glücklich aus. Auch mir war etwas mulmig zumute. Es war still. Man hätte eine Feder fallen hören. Doch dann brach Alice die erdrückende Stille. „In ungefähr 20 Sekunden betritt Edward diesen Raum!“ Ich war ziemlich nervös und auch traurig, doch trotzdem fühlte ich mich auf einmal ruhig, als wenn ich jedes noch so großes Problem hätte lösen können. Es war ziemlich offensichtlich, dass Jasper daran schuld war. Ich versuchte möglichst nichts zu denken, da Edward ins Zimmer trat, jedoch kam ich nicht umher, in Gedanken, sein wunderschönes Antlitz zu bewundern. Zwar wusste ich, dass ich nicht große Worte von ihm hören würde, doch ich hatte mehr als ein simples „Hallo!“ erwartet. Danach ging er stumpf wieder. Diese, vielleicht ungewollte, Gestik brachte mich zum Explodieren: „Jetzt reicht’s mir aber!“ Ich ging durch die Wand hinter ihm her, da ich viel zu wütend war, um die Tür zu benutzen. Es hätte meinen Abgang versaut, wenn ich gegen den Türpfosten gerannt wäre. Null Komma nichts stand ich vor Edward in seinem Zimmer und sah ihn zornig in sein emotionsloses Gesicht. „Verdammte Scheiße noch mal! Es bringt mich auf die Palme, dass du so ’ne Kacke durchziehen musst!“ „Was meinst du?“ „Ich rede von genau dieser dummen Mitleidstour! Ich finde es zum Kotzen, dass du nicht mehr klar und normal denken kannst, geschweige denn WILLST!“ Jetzt war ich am Schreien. Je mehr ich sagte, desto laute wurde meine Stimme, was Edward entweder einschüchterte oder ein erschreckte. Ich schätzte, er hatte nie mit so einem Ausbruch gerechnet. „Sieh doch mal nach vorne und denk nicht immerzu an das was passiert ist. Es wird nur weiter wehtun, wenn du immer wieder an sie denken musst! Du hast selber gesagt, dass, wenn sie sich von sich selbst aus dafür entscheidet, du es akzeptieren wirst! Aber das tust du nicht, verdammt! Du gibst dir nicht mal die geringste Mühe, sie zu vergessen! Du hast doch einen an der Klatsche!“ Inzwischen war meine Stimme eine Oktave höher geklettert und überschlug sich fast. Ich fühlte mich, als wenn ich dampfen würde vor Wut. Die ganze Zeit über, als ich Edward zusammengefaltete, stand er ruhig vor mir und schaute mich mit einer Mischung aus Demut, Trauer und Schock an. „Das kann einfach nicht angehen! Es ist jetzt schon Jahre her. Komm endlich drüber weg! Argh, ich flipp’ aus!!“ Ich machte eine kurze Pause, um etwas in das Gespräch von Sue und Carlisle reinzuwerfen: „Die war mit dieser Memme zusammen!“ Ich hörte ein leises Kichern von Sue und wendete mich wieder Edward zu: „Edward, bleib bloß hier! Du hast genau gehört, dass Sue ihn vergessen hat, also untersteh dich jetzt abzuhauen!“ Dann machte ich noch weiter im Programm: „Du überträgst damit deine schlechte Stimmung auf alle hier im Haus! Das geht nicht. Du machst dich kaputt und alle um dich herum!“ Aus irgendeinem Grund kämpfte ich fast mit den Tränen, find mich aber wieder. Er ward mir nun einen mitfühlenden Blick mit. Aber sagen tat er trotzdem nichts. Da passierte etwas, was ich nicht geplant hatte, daher konnte Edward es nicht in meinen Gedanken lesen. Ich hatte ihm eine Ohrfeige verpasst! Langsam nahm ich meine Hand wieder runter, nach einer Schrecksekunde. Ich zitterte am ganzen Körper und war selber total geschockt. Auch er schien überrascht. Zwar tat mir es im nächsten Moment wieder Leid, aber ich hoffte auch, dass ihn das endlich mal aufgeweckt hat aus seiner kleinen finsteren Welt. „D-da-das tut mir Leid! Das wollt’ ich nicht. Entschuldige bitte.“ Noch immer zitterte ich überall. Und wieder passierte etwas Unerwartetes. Auch, nachdem ich ihn angeschrien hatte wie sonst was, kam er auf mich zu und nahm mich zaghaft in den Arm. Ich riss die Augen auf und hörte schlagartig auf zu atmen.

 

cullenstories am 28.4.08 17:10


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